Was man alles verpasst, wenn man die ganze Zeit auf sein Handy schaut…

Als U-Bahn-Fahrer und täglicher Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel entschied ich mich, in den vergangenen zwei Tagen die anderen Leute zu beobachten und darauf zu achten, was in der Welt so passiert, wenn  man in die U-Bahn einsteigt.

Denn eigentlich war bisher immer alles ganz anders:  ich habe nicht auf die anderen Passagiere in der U-Bahn geachtet, weil ich während der täglichen Fahrt zur Arbeit 23 Minuten damit verbracht habe, auf mein Blackberry zu schauen – Emails zu checken und schreiben, Nachrichten zu lesen, auf Facebook den neuesten Tratsch und Klatsch zu lesen, auf Foursquare an jeder Haltestelle einzuchecken oder eine neue App zu entdecken.

Nachdem ich vergangene Woche aber mit einem Bekannten in der Stadt Essen war und beobachtet habe, worauf er so alles achtet, während ich auf Foursquare eincheckte, kam mir die Idee, einen Versuch zu starten und mal etwas Abstand von meinem „besten“ Freund,  dem Blackberry – zu suchen – zumindest während der U-Bahn-Fahrt.

Nun ja, viele von Euch werden denken – da passiert nicht so viel… Stimmt aber nicht. Ist euch mal  aufgefallen , dass es Leute mit einem Uralt-Handy wie hier abgebildet gibt?? Oh ja, die gibt es tatsächlich immer noch. Sie brauchen das Handy nur zum Telefonieren und SMS verschicken. Diese Handy-Besitzer sind zwar meilenweit entfernt von meiner  Web 2.0-Kompetenz, aber genau diese Leute achten darauf, wer ein- und aussteigt, wie die Leute miteinader umgehen und was so um sie herum gerade passiert. Oder sie lesen ein echtes Buch, weil sie keine Facebook-App auf ihrem Gerät haben.

Nach zwei Tagen Test erkenne ich die Vor- und Nachteile meines „Entzugs“. Positiv ist, dass man viel mehr mitbekommt, was um einen herum passiert und die digitale Welt in den Hintergrund rückt. Ganz  negativ oder zumindest nachteilig  ist, dass ich seit zwei Tagen nicht mehr auf dem Laufenden bin. Denn gerade in diesen 23 Minuten meiner Fahrt ins Büro kann ich enorm viel aufnehmen. Deshalb mein Fazit: Egal wofür man sich entscheidet – beides hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass man bereit ist, die Balance zu finden. Hm, und das ist meine nächste Herausforderung …

Darina Gugleva, Account Executive bei OnPR GmbH


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